Ist heute ein traditioneller Lehrberuf weniger wert?

14. November 2019

Ist heute ein traditioneller Lehrberuf weniger wert?

Wie kann den Jugendlichen im Berufswahlprozess attraktiv vermittelt werden, dass traditionelles Handwerk nicht stehen bleibt? Die Berufsmesse Zürich zeigt, wie zukunftsträchtig auch viele «klassische» Berufe sind. Mit der Präsentation von zahlreichen Lehrberufen, Grund- und Weiterbildungen verwandelt sie sich vom 19. bis 23. November 2019 in einen interaktiven Hotspot für alle Lehrstellensuchenden und Bildungshungrige. Und für viele Aussteller geht es ans Eingemachte: «Ihre» Berufe attraktiv zu präsentieren, ist für ihre Zukunft zentral.

Die Berufsmesse Zürich ist für viele Berufsgruppen und Branchen im Kanton Zürich ein wichtiger integraler Bestandteil im Berufswahlprozess. Und die Form, wie diese Berufe und Branchen dort präsentiert werden, ist letztlich aus Sicht vieler Aussteller ein Puzzlestein zur Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen – der Nachwuchs will angelockt werden. Während viele Handwerksjobs Zukunft haben, bleiben paradoxerweise viele Lehrstellen unbesetzt.

Fokus liegt auf traditionellen Berufen
In diesem Ringen um Nachwuchs und um die Aufmerksamkeit der Jugendlichen geht es daher vor allem für traditionelle Lehrberufe darum, sich gegenüber den neu entstehenden zu behaupten. Und dass auch Handwerksberufe nicht stehen geblieben sind, dafür gibt es gute Argumente: Gerade hier ist Flexibilität, Kreativität und Offenheit gegenüber Neuem gefragter denn je – der technologische Wandel verändert auch klassische Handwerksberufe zusehends. So muss sich eine Elektronikerin mittlerweile mit erneuerbaren Energien und Smart Home auskennen, ein Strassenbauer mit ferngesteuerten Baumaschinen, ein Schreiner mit CAD-Technologie oder eine Handwerkerin auf dem Bau vermehrt mit Tablets, Drohnen, Solarpanels oder digital unterstützten Arbeitsgeräten. Die Berufsbildung nimmt die Veränderungen, die mit der Digitalisierung und mit der Automatisierung in klassische Berufe eindringen, auf und modifiziert die Ausbildungen entsprechend. Kurz: Die Handwerksberufslehren mit guten Zukunftsaussichten sind bereits stark digitalisiert.

Do-It-Yourself an den Ständen
Anpacken ist an der Berufsmesse Zürich daher Programm – in mehrfacher Hinsicht: Punkto Aufklärungsarbeit seitens der Lehrbetriebe und Branchen zur Ausbildung und deren Weiterbildungsmöglichkeiten einerseits. Anderseits können die Jugendlichen dank interaktiven Ständen das Handwerk diverser Berufsgattungen einmal selbst erleben.

Breites Rahmenprogramm
Im Forum vermitteln Referate wichtige Informationen zu Themen wie Berufswahl, Bewerbung, Lehrstellensuche und Schnupperlehre. Für die Eltern finden speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Referate am Mittwochnachmittag und Samstag statt. Hier erfahren sie unter anderem, was sich in der Lehrstellensuche alles verändert hat, wie sie ihr Kind bei der Lehrstellensuche und im Umgang mit dem ersten Lohn unterstützen können, welche Voraussetzungen für eine Berufsmaturität nötig sind, was die Erwartungen an die Lernenden sind und was in der Berufsbildung neu ist. Um den anspruchsvollen Übertritt von der Schule in die Arbeitswelt zu meistern, finden die Jugendlichen im Bewerbungscampus verschiedene kostenlose Dienstleistungen. Hier können sie ihre eigenen Bewerbungsunterlagen überprüfen lassen. Wer für sein Dossier noch kein passendes Foto hat, kann sich professionell ablichten lassen. In diskreten Gesprächsinseln können sie mit Experten aus der Wirtschaft die Situation in einem Bewerbungsgespräch üben. Weiter können mit dem Berufswahltest die persönlichen Fähigkeiten, Interessen und Stärken abgefragt werden. Aufgrund dieser Angaben erhält jeder Jugendliche Vorschläge zu passenden Berufsfeldern und entsprechenden Ausstellern vor Ort.

Wichtige Partner
Organisiert wird die Berufsmesse Zürich vom KMU- und Gewerbeverband Kanton Zürich (KGV) und der MCH Messe Zürich. Als grösstem Arbeitgeberverband des Kantons Zürich ist dem KGV die Berufslehre ein besonderes Anliegen, um die Bedingungen für die KMU-Lehrbetriebe, die 80 Prozent der Lernenden ausbilden, permanent zu verbessern. Zu den Sponsoren der Berufsmesse Zürich zählen die Zürcher Kantonalbank, der Berufsbildungsfonds des Kantons Zürich sowie das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation. Medienpartner der Berufsmesse Zürich sind Energy Zürich, TeleZüri und der Tages-Anzeiger.